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Wilhelm Tell – Ohne „E“

wilhelmtell

Dieses Spiel sagt viel darüber aus, wie ich in meinen Jugendjahren beieinander war. Ja: Wilhelm Tell hat viele liebenswerte Ansätze. Aber wieder einmal fehlt der Feinschliff. Habe ich Feinschliff gesagt? Ich hatte überhaupt keine Lust, irgendwelche Fehler zu korrigieren. Und das fing schon beim aufwendig gestalteten Titelbild an. Das Spiel heißt eigentlich nicht „Wilhelm Tell“, sondern „Wilhlm Tell“. Da fehlt ein „E“.

Wilhelm Tell für den C64-Emulator!

Die Idee

Die Geschichte von Wilhelm Tell und dem Apfel auf dem Kopf seines Sohnes kennen wir wohl alle. Ja, und dann gibt es da noch seinen Widersacher, den bösen Gessler. Nun gut, in diesem Spiel können wir also mit Pfeil und Bogen schießen. Der Junge kommt also ins Bild gelaufen und schon können wir die Höhe und die Geschwindigkeit für den Schuss eintragen. Und das war es auch schon. Trifft der Pfeil den Apfel, dann verteilt die Jury Pluspunkte. Trifft der Pfeil den Jungen, dann gibt es ordentlich Minuspunkte. Und geht der Pfeil ganz ins Leere, dann können wir immer noch versuchen den bösen Gessler abzuschießen (wie brutal). Dann gibt es nicht mehr ganz so viele Minuspunkte. Bis zu 10 Mitspieler können sich im Pfeil- und Bogenschießen messen.

Das Video zum Spiel

Die Gestaltung

Der ErzählerDie Grafik finde ich heute gar nicht mal so unhübsch. Vor allen der Erzähler mit seinen ausgeprägten Mundbewegungen sieht gut aus. Und das schon Jahre vor „Little Computer People“. Die Animation von Wilhelm Tell hat irgendwo einen Pixelfehler in seinem Bogen. Nicht ganz so schlimm. Der Sohn von Tell ist ein Punker mit qualmender Zigarette. Immerhin eine lustige Idee. Als Musik werden ein paar „epische Fanfaren“ gespielt, die gar nicht mal so schlecht klingen. Auch die Titelschrift wirkt (abgesehen von dem fehlenden Buchstaben) nicht übel.

Die Bugs

Ein Schreibfehler in der Titelgrafik. Das geht natürlich gar nicht. Ok, damals ging alles bei mir. Und dann ist die Jury nicht ganz mit den Texten ihrer Wertungen synchronisiert. Vor allem dann, wenn die Wertungen in den dreistelligen Bereich gehen, werden Zahlen eingeblendet, wo überhaupt keine Jurymitglieder mehr sind. Und dann gibt es noch einen Bug bei der Eingabe des Pfeil- und Bogenschusses. Der tritt ab dem zweiten Schuss auf. Einfach 2x Enter drücken und dann die gewünschten Werte eingeben. Nicht ganz ein Bug: Ob der Pfeil den Jungen oder den Gessler trifft, wird per Kollisionsabfrage ausgewertet. Also auch dann, wenn der Pfeil mit seiner Rückseite das Objekt nur streift gibt es Punkte. Und natürlich genauso viele Punkte wie bei einem Volltreffer.

Nicht politisch korrekt

Bei Wilhelm Tell geht es darum, das Leben eines Kindes zu riskieren, um sich im Pfeil- und Bogenschuss zu beweisen. Das geht natürlich gar nicht. Ist aber schon in der Geschichte so vorgegeben. Und wenn wir ins Leere geschossen haben, dann können wir noch den Gessler töten. Das war wiederum eine Erfindung des Spiels. Ja und dann noch ein zigarettenrauchendes Kind. Obwohl, dies wiederum hat in der Schweiz Tradition. Man denke an die Viehschau in Appenzell.

ein Spiel von 1984. Veröffentlicht: 02.12.2018

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